Sind Sie auch auf der Suche nach Wegen, wie Sie aus Ihren bestehenden Aktienpositionen ein zusätzliches, regelmäßiges Einkommen erzielen können? Viele Anleger kennen das Gefühl, wenn Aktien im Depot liegen und sich der Kurs nur schleppend bewegt. Genau hier kommen Derivate ins Spiel, insbesondere die Covered Call Strategie, eine beliebte und relativ defensive Methode, um Ihr Portfolio zu optimieren. In diesem Blogbeitrag tauchen wir tief in die Welt der gedeckten Kaufoptionen ein und zeigen Ihnen, wie Sie diese für sich nutzen können. Bleiben Sie dran, es lohnt sich! 😊
Was ist ein Covered Call? 🤔
Ein Covered Call, zu Deutsch „gedeckte Kaufoption“, ist eine Optionsstrategie, bei der Sie Call-Optionen auf Aktien verkaufen, die Sie bereits in Ihrem Depot besitzen. Das Wort „gedeckt“ ist hier entscheidend: Es bedeutet, dass Sie die zugrunde liegenden Aktien tatsächlich halten, was das Risiko im Vergleich zu ungedeckten Optionen erheblich reduziert.
Stellen Sie sich vor, Sie besitzen 100 Aktien eines Unternehmens. Mit einem Covered Call verkaufen Sie das Recht an einen anderen Anleger, diese 100 Aktien zu einem bestimmten Preis (dem Ausübungspreis oder Strike-Preis) bis zu einem bestimmten Datum (dem Verfallsdatum) von Ihnen zu kaufen. Für den Verkauf dieses Rechts erhalten Sie eine Optionsprämie, die sofort auf Ihrem Konto gutgeschrieben wird. Diese Prämie ist Ihr direkter Ertrag aus der Strategie.
Die Haupteinsatzgebiete eines Covered Calls sind die Generierung von zusätzlichem Einkommen und die Absicherung gegen leichte Kursrückgänge des Basiswerts. Die erhaltene Prämie fungiert dabei als Puffer.
Warum Covered Calls im aktuellen Marktumfeld 2026? 📊
Das Börsenjahr 2026 zeigt weiterhin ein starkes Interesse am Optionshandel, insbesondere für Strategien zur Einkommensgenerierung und Risikosteuerung. Der Derivatemarkt wird im Jahr 2026 auf 36,06 Milliarden US-Dollar geschätzt und soll bis 2035 auf 75,79 Milliarden US-Dollar anwachsen, was die wachsende Bedeutung dieser Finanzinstrumente unterstreicht. In Europa sehen wir eine selektive Positionierung der Anleger, wobei europäische Aktien im Januar 2026 nur mit einem geringen Abschlag zum fairen Wert gehandelt wurden. Diese Marktdynamik, oft geprägt von seitwärts tendierenden oder moderat steigenden Kursen, schafft ein ideales Umfeld für Covered Calls.
Gerade in Phasen, in denen starke Kursanstiege unwahrscheinlich sind, aber auch keine drastischen Einbrüche erwartet werden, kann der Covered Call seine Stärken voll ausspielen. Er ermöglicht es Ihnen, aus Ihrem bestehenden Portfolio kontinuierlich Prämien zu erzielen, ohne die Aktien verkaufen zu müssen. Die erhaltene Prämie kann zudem dazu beitragen, kleinere Kursrückgänge abzufedern.
Vergleich einfacher Optionsstrategien
| Strategie | Ziel | Risiko | Gewinnpotenzial |
|---|---|---|---|
| Covered Call | Zusatzeinkommen, moderate Absicherung | Kursverlust der Aktie (teilweise durch Prämie abgefedert), begrenzter Gewinn | Begrenzt (Prämie + Anstieg bis Strike) |
| Long Call | Spekulation auf stark steigende Kurse | Verlust der gezahlten Prämie | Unbegrenzt |
| Long Put | Spekulation auf stark fallende Kurse, Absicherung | Verlust der gezahlten Prämie | Begrenzt (bis Kurs 0) |
Obwohl Covered Calls als relativ defensiv gelten, begrenzen sie Ihr Gewinnpotenzial bei starken Kursanstiegen der Aktie. Sollte der Kurs weit über Ihren Ausübungspreis steigen, müssen Sie Ihre Aktien zum niedrigeren Strike-Preis verkaufen. Außerdem schützt die Prämie nicht vollständig vor starken Kursrückgängen des Basiswerts.
Kernpunkte: Das sollten Sie unbedingt wissen! 📌
Sie haben es bis hierher geschafft? Super! Bei all den Informationen kann man schnell den Überblick verlieren. Deshalb fasse ich die wichtigsten Punkte für Sie zusammen. Diese drei Dinge sollten Sie sich unbedingt merken:
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Zusätzliche Einnahmen durch Prämien:
Der Hauptvorteil des Covered Calls ist die regelmäßige Generierung von Einkommen durch den Verkauf von Call-Optionen auf Ihre Bestandsaktien. -
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Teilweiser Risikoschutz:
Die eingenommene Prämie dient als Puffer und federt leichte Kursrückgänge der zugrunde liegenden Aktie ab. -
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Begrenztes Gewinnpotenzial:
Bei starken Kursanstiegen über den Ausübungspreis ist Ihr Gewinn auf den Strike-Preis plus die Prämie begrenzt, da die Aktien eventuell „ausgeübt“ werden.
Die Umsetzung: Schritt für Schritt zum Covered Call 👩💼👨💻
Die Implementierung eines Covered Calls ist eigentlich recht unkompliziert, wenn man die Grundlagen verstanden hat. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- Besitz des Basiswerts: Sie müssen die zugrunde liegenden Aktien besitzen. Üblicherweise wird ein Optionskontrakt für 100 Aktien gehandelt, daher benötigen Sie mindestens 100 Aktien des jeweiligen Unternehmens.
- Auswahl der Call-Option: Wählen Sie eine Call-Option auf Ihre Aktie. Dabei sind zwei Hauptfaktoren wichtig:
- Ausübungspreis (Strike-Preis): Dieser liegt in der Regel über dem aktuellen Aktienkurs (Out-of-the-Money), um Raum für moderate Kursgewinne zu lassen.
- Verfallsdatum: Wählen Sie eine Laufzeit, die zu Ihrer Anlagestrategie passt, z.B. einen Monat oder ein Quartal.
- Verkauf der Call-Option: Sie verkaufen diese Call-Option an der Börse. Sofort nach dem Verkauf wird Ihnen die Optionsprämie auf Ihrem Konto gutgeschrieben.
- Überwachung der Position: Beobachten Sie die Kursentwicklung der Aktie und der Option.
- Was am Verfallstag passiert:
- Aktienkurs < Ausübungspreis: Die Option verfällt wertlos. Sie behalten die Aktien und die Optionsprämie. Sie können dann eine neue Covered Call-Position eröffnen.
- Aktienkurs ≥ Ausübungspreis: Die Option wird wahrscheinlich ausgeübt. Sie sind verpflichtet, Ihre Aktien zum vereinbarten Ausübungspreis zu verkaufen. Sie behalten die Prämie.
Für Covered Calls fallen in der Regel keine zusätzlichen Margin-Anforderungen an, da die verkaufte Call-Option durch Ihre bereits im Depot befindlichen Aktien gedeckt ist. Dies reduziert das Risiko für den Broker und somit auch die Sicherheitsleistungen, die Sie erbringen müssen.
Risikomanagement und wichtige Überlegungen 📚
Auch wenn Covered Calls als defensive Strategie gelten, ist ein kluges Risikomanagement unerlässlich. Hier sind einige Punkte, die Sie beachten sollten:
- Auswahl des Basiswerts: Wählen Sie Aktien, von denen Sie langfristig überzeugt sind und die Sie auch behalten möchten, falls die Option nicht ausgeübt wird.
- Strike-Preis und Laufzeit: Ein höherer Strike-Preis bedeutet ein geringeres Risiko, dass die Aktie ausgeübt wird, aber auch eine niedrigere Prämie. Kürzere Laufzeiten bieten flexiblere Anpassungsmöglichkeiten, aber auch häufigere Transaktionskosten.
- Implizite Volatilität: Höhere implizite Volatilität führt zu höheren Optionsprämien. Dies kann ein guter Zeitpunkt sein, um Covered Calls zu schreiben.
- Management bei Ausübung (Assignment): Sollte der Aktienkurs den Strike-Preis überschreiten, können Sie die Option zurückkaufen (Roll-up oder Roll-out), um die Aktien zu behalten oder die Position anzupassen.
- Diversifikation: Auch wenn Sie Covered Calls nutzen, sollten Sie Ihr Portfolio breit diversifizieren, um das Gesamtrisiko zu streuen.
Die Überwachung Ihrer Positionen und des Marktes ist entscheidend. Covered Calls erfordern zwar keinen hohen Zeitaufwand, aber eine regelmäßige Kontrolle ist ratsam, um auf Marktveränderungen reagieren zu können.
Konkretes Beispiel: Ein Covered Call auf Tech-AG 📈
- Szenario: Sie besitzen 100 Aktien der „Tech-AG“ zu einem Kaufpreis von 100 € pro Aktie. Der aktuelle Kurs beträgt ebenfalls 100 €.
Ablauf des Covered Calls
1) Sie verkaufen eine Call-Option mit einem Ausübungspreis von 105 € und einer Laufzeit von einem Monat. Dafür erhalten Sie eine Prämie von 2 € pro Aktie, also insgesamt 200 € (2 € x 100 Aktien).
2) Ihr Einstandskurs für die Aktie reduziert sich effektiv auf 98 € (100 € – 2 €).
Mögliche Ergebnisse am Verfallstag
– Aktienkurs bleibt unter 105 € (z.B. 103 €): Die Option verfällt wertlos. Sie behalten Ihre 100 Aktien (Wert 10.300 €) und die Prämie von 200 €. Ihr Gesamtgewinn beträgt 300 € (10.300 € Aktienwert + 200 € Prämie – 10.000 € Kaufpreis).
– Aktienkurs steigt über 105 € (z.B. 108 €): Die Option wird ausgeübt. Sie müssen Ihre 100 Aktien zu 105 € verkaufen. Sie erhalten 10.500 € für die Aktien und behalten die Prämie von 200 €. Ihr maximaler Gewinn beträgt 700 € (10.500 € Verkaufserlös + 200 € Prämie – 10.000 € Kaufpreis).
– Aktienkurs fällt (z.B. 95 €): Die Option verfällt wertlos. Sie behalten Ihre 100 Aktien (Wert 9.500 €) und die Prämie von 200 €. Ihr Verlust beträgt 300 € (10.000 € Kaufpreis – 9.500 € Aktienwert – 200 € Prämie). Die Prämie hat den Verlust abgefedert.
Dieses Beispiel zeigt, wie ein Covered Call Ihnen ermöglicht, in verschiedenen Marktszenarien Erträge zu erzielen oder Verluste abzumildern. Es verdeutlicht auch die Begrenzung des Gewinnpotenzials nach oben, was ein wichtiger Aspekt dieser Strategie ist.

Fazit: Ihr Weg zu smarteren Erträgen 📝
Die Covered Call Strategie ist ein mächtiges Werkzeug in Ihrem Investment-Arsenal, um aus bestehenden Aktienpositionen ein zusätzliches Einkommen zu generieren und gleichzeitig das Portfoliorisiko zu managen. Besonders in volatilen oder seitwärts tendierenden Märkten, wie wir sie auch im Jahr 2026 beobachten, kann diese Strategie eine wertvolle Ergänzung sein.
Denken Sie daran: Keine Strategie ist ein Allheilmittel. Es ist entscheidend, Ihre Ziele, Ihre Risikobereitschaft und die Marktbedingungen genau zu analysieren. Wenn Sie die Prinzipien der Covered Calls verstehen und gewissenhaft anwenden, können Sie Ihr Anlageergebnis deutlich verbessern. Haben Sie Fragen oder eigene Erfahrungen mit Covered Calls? Teilen Sie sie gerne in den Kommentaren! 😊
